Julchen

 

Seit Juli 2002 lebt Julchen bei uns. Julchen die Katze aus Frankreich, deren Namensgeberin Julchen eine wirklich gute Freundin ist.

Das sind Julchen und ihre Geschwister. Julchen ist die linke Katze. In der Mitte ist Clarence, benannt nach dem Löwen aus Daktari. Das schielende Katzenkind sah so liebenswert aus, es war das einzige, das in Frankreich blieb, leider wurde es schon 2002 von einem Auto überfahren. Und rechts ist Surprise. Sie lebt in Rupprechstegen.

Unser Julchen war immer eine reine Hauskatze. Da wir ja in Nürnberg im dritten Stock wohnten, war es nicht möglich, sie nach draußen zu lassen. Ihren Jagdtrieb ließ sie an den sich verirrenden Faltern und Stubenfliegen aus. Ihr größtes Abenteuer war die Fledermaus, die sich in unsere Wohnung verirrt hatte. Ich konnte die arme Fledermaus in letzter Sekunde retten.

Julchens größtes Vergnügen bestand darin, ihren Kopf unter den laufenden Wasserhahn zu halten. Wenn man sie suchte, brauchte man nur zu rufen: Julchen komm ich dreh Dir mal den Wasserhahn auf. Schon stand sie wie ein Vorsteherhund in der Küche auf der Fensterbank neben dem Wasserhahn.

Hier ist sie schon eine richtig große Katze.

Dann sind wir nach Batzhausen gezogen. Das war völliges Neuland für sie. Sie durfte nach draußen. Weil sie aber eine recht schüchterne Katze ist, hat sie den Garten nie verlassen. Das schönste war, wenn sie wie der Sphinx persönlich auf der Gartenmauer saß und schaute, was rundherum passierte. Bis, tja bis im September auf einmal Julchen weg war. Sie hatte sich bis in Nachbars Garten gewagt und wurde dort versehentlich in Nachbars Garage eingesperrt. Eva hörte sie dort schreien und hat sie wieder befreit.

Am selben Abend noch war Julchen ganz verschwunden. Wir suchten die ganze Umgebung ab, Nichts! Wir waren wirklich am Verzweifeln. Überall im Dorf deponierten wir Zettel mit Bildern von Julchen. Keiner hatte was gesehen. Es gab unheimlich viel Anteilnahme, aber wiedergebracht hat sie das auch nicht. Gegen Ende des Jahres 2006 gaben wir auf. Wir räumten ihre ganzen Sachen in den Keller.

Tja und dann am 12.Januar des neuen Jahres war ich Einkaufen, als ich nach Hause fuhr, sah ich in der Wiese eine schwarze Katze sitzen. Ich konnte sie nur von hinten sehen. Irgendwas zwang mich anzuhalten. Ich stieg aus, ging auf die Wiese und rief: Julchen? Die Katze drehte sich rum und kam langsam auf mich zu. Man soll es nicht für möglich halten, es war wirklich unser Julchen. Sie lies sich zwar streicheln, aber nicht auf den Arm nehmen. Allerdings beschimpfte sie mich heftigst. Leider ist mein Sprachverständnis ich katzisch nicht  so gut, dass ich hier wieder geben könnte, was sie eigentlich gesagt hat.

In meiner Verzweiflung bin ich nach Hause gefahren, holte den Katzentransportkorb und ein paar Leckerlis. Sie hat die Leckerlis gefressen, sich aber immer noch nicht nehmen lassen. Dann lief sie zu einem in der Nähe gelegenen Haus. Dort stand die Besitzerin. Ich kam mit der Frau ins Gespräch und während ich mit ihr sprach, kam Julchen zu mir und lies sich auf den Arm nehmen. Jetzt musste sie nur noch in den Katzenkorb verfrachtet werden. Das war nicht wirklich einfach. Mein Blut lief die Hände runter und ich musste mich nachmittags noch gegen Tetanus impfen lassen, aber die Katze war eingetütet. Sie tobte in der Kiste rum, bis ich sie im Auto hatte. Dort wurde sie schlagartig ruhig. Zu Hause angekommen stellte ich den Katzenkorb ins Wohnzimmer und holte erst mal schnell ihre Sachen aus dem Keller. Als ich dann den Korb öffnete, schaute sie sich erst mal um, dann stürzte sie sich auf den Fressnapf. Sie war wohl total ausgehungert. Anschließend inspizierte sie die ganze Wohnung und jetzt weicht sie uns nicht  mehr von der Seite. Wenn ich wie jetzt am PC sitze, liegt sie auf meinem Schoß, wenn ich irgendwo hingehe, läuft sie nebenher. Bin ich in der Arbeit, dann ist sie bei den Kindern. Gut, dass Wochenende ist. Jedenfalls sind wir alle froh, dass sie wieder da ist.

Und ich glaube, Julchen ist auch froh. Ich habe mir ein wenig Gedanken gemacht, was passiert sein könnte. Und ich denke, jemand hat sie mitgenommen. Im ganzen Ort hingen Bilder von ihr mit unserer Adresse, Telefonnummer und einfach allem wichtigen. Vielleicht hat der jenige, der sie mitgenommen  sich dann doch überlegt, dass das nicht in Ordnung ist und sie einfach ausgesetzt. Wir werden es nie erfahren. Es ist egal! Hauptsache, unser Julchen ist wieder da.

 

Zurück